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Testosteronmangel

Testosteron-Normwerte beim Mann: ng/ml, nmol/l und was der Befund bedeutet

Referenzbereiche für Testosteron, die Umrechnung zwischen ng/ml und nmol/l, warum Labore unterschiedlich angeben und ab wann ein Wert als niedrig gilt.

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Worum es in diesem Ratgeber geht

Referenzbereiche für Testosteron, die Umrechnung zwischen ng/ml und nmol/l, warum Labore unterschiedlich angeben und ab wann ein Wert als niedrig gilt. Das hier ist eine informative Einordnung, keine medizinische Beratung und kein Ersatz für das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Wir benennen offen, was die Studienlage zeigt, und was nicht.

Das Wichtigste in Kürze

Für Gesamttestosteron beim erwachsenen Mann liegen die üblichen Referenzbereiche etwa zwischen 3 und 10 ng/ml, entsprechend rund 10 bis 35 nmol/l. Die genauen Grenzen unterscheiden sich von Labor zu Labor.

Ein Wert ist nur zusammen mit dem Referenzbereich des messenden Labors zu lesen, und nur zusammen mit der Einheit. Zwischen ng/ml und nmol/l liegt etwa der Faktor 3,47.

Ein niedriger Wert allein ist keine Diagnose. Verlangt werden ein wiederholt niedriger Morgenwert und Beschwerden, die dazu passen.

Die Einheiten, an denen die meisten Befunde scheitern

In Deutschland wird Testosteron in Nanogramm pro Milliliter oder in Nanomol pro Liter angegeben. Beide Einheiten sind gebräuchlich, manche Labore verwenden zusätzlich Nanogramm pro Deziliter.

Die Umrechnung von ng/ml in nmol/l erfolgt über den Faktor 3,47. Ein Wert von 4 ng/ml entspricht damit ungefähr 13,9 nmol/l, ein Wert von 3 ng/ml ungefähr 10,4 nmol/l. Umgekehrt teilt man nmol/l durch 3,47.

Nanogramm pro Deziliter ist das Hundertfache von Nanogramm pro Milliliter: 300 ng/dl sind 3 ng/ml. Diese Angabe kommt vor allem in englischsprachigen Quellen vor.

Wer einen Wert aus einem Forum mit dem eigenen Befund vergleicht, vergleicht deshalb regelmäßig zwei verschiedene Skalen. Das erklärt einen großen Teil der unnötigen Panik ebenso wie der falschen Beruhigung.

Die üblichen Referenzbereiche

Gesamttestosteron beim erwachsenen Mann: etwa 3 bis 10 ng/ml, entsprechend rund 10 bis 35 nmol/l. Einzelne Labore geben die Untergrenze bei 2,4 ng/ml an, andere bei 3,5 ng/ml.

Freies Testosteron: der frei zirkulierende Anteil macht etwa ein bis zwei Prozent des Gesamtwerts aus. Angegeben wird er meist in Pikogramm pro Milliliter, mit Bereichen in der Größenordnung von etwa 50 bis 210 pg/ml, je nach Verfahren.

SHBG, das wichtigste Transportprotein, liegt beim Mann üblicherweise etwa zwischen 18 und 55 nmol/l.

Diese Spannen sind bewusst als Näherung formuliert. Ein Referenzbereich entsteht aus dem Messverfahren und dem Referenzkollektiv des jeweiligen Labors, und beides unterscheidet sich. Der Bereich auf Ihrem Befund gilt, nicht der aus einer Tabelle im Netz.

Der übliche Bereich für Gesamttestosteron liegt bei 3 bis 10 ng/ml, entsprechend rund 10 bis 35 nmol/l. Die Abklärungsschwelle von 3,5 ng/ml entspricht etwa 12 nmol/l. Umgerechnet wird mit dem Faktor 3,47; 300 ng/dl sind 3 ng/ml.
Referenzbereiche unterscheiden sich zwischen Laboren. Es gilt der Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.

Warum das Alter im Befund selten steht

Der Testosteronspiegel sinkt mit dem Alter, im Mittel um rund ein Prozent pro Jahr ab der Lebensmitte. Über zwanzig Jahre summiert sich das.

Trotzdem arbeiten die meisten Labore mit einem einheitlichen Erwachsenenbereich statt mit Altersstufen. Der Grund ist praktisch: Ein niedriger Wert soll nicht dadurch normalisiert werden, dass er für das Alter üblich ist. Ein Mangel bleibt behandlungsbedürftig, wenn er Beschwerden macht.

Umgekehrt heißt das für die Einordnung: Ein Wert im unteren Drittel bei einem Sechzigjährigen ist zunächst ein Befund und kein Alarm. Ausschlaggebend ist, ob Beschwerden dazu passen.

Warum die Uhrzeit über den Wert mitentscheidet

Testosteron folgt einem Tagesrhythmus mit einem Maximum in den frühen Morgenstunden und einem Abfall im Lauf des Tages. Zwischen acht und sechzehn Uhr kann ein Unterschied liegen, der allein durch die Uhrzeit zustande kommt.

Deshalb wird Blut für diese Bestimmung morgens zwischen acht und elf Uhr abgenommen, und deshalb ist ein Nachmittagswert kein Ausgangspunkt für eine Diagnose.

Kurzfristig drücken außerdem Schlafmangel, akute Infekte, starker Stress und sehr intensive Belastung den Wert. Eine Messung nach einer durchwachten Nacht oder während einer Erkältung ist nicht verwertbar.

Ein auffälliger Wert wird an einem anderen Tag wiederholt. Diese zweite Messung ist keine Formalie, sondern der Teil des Verfahrens, der Zufallsbefunde aussortiert.

Gesamtwert, freier Wert und SHBG

Im Blut liegt Testosteron zum größten Teil gebunden vor: fest an SHBG, lockerer an Albumin. Nur ein kleiner Rest zirkuliert frei.

Für die Wirkung im Gewebe zählen der freie und der locker gebundene Anteil. Daraus folgt eine Situation, die viele Befunde erklärt: Der Gesamtwert kann im Normbereich liegen und funktionell trotzdem zu wenig verfügbar sein, weil viel SHBG das Hormon bindet.

SHBG steigt unter anderem mit dem Alter und bei Schilddrüsenüberfunktion. Es sinkt bei Übergewicht, Insulinresistenz und Schilddrüsenunterfunktion. Wenn Beschwerden und Gesamtwert nicht zusammenpassen, ist das der Wert, der die Lücke oft schließt.

Der MSD Manual beschreibt deshalb die Bestimmung des freien oder bioverfügbaren Testosterons für die Fälle, in denen der Gesamtwert im Graubereich liegt.

Ab wann ein Wert als niedrig gilt

In der Praxis wird ein Gesamttestosteron unter etwa 3,5 ng/ml, also unter rund 12 nmol/l, als abklärungsbedürftig behandelt, ein Wert unter 2,3 ng/ml oder rund 8 nmol/l als deutlich zu niedrig. Dazwischen liegt ein Graubereich, in dem der freie Wert und SHBG weiterhelfen.

Diese Schwellen sind Orientierung und keine Grenzsteine. Sie unterscheiden sich zwischen Fachgesellschaften und Laboren, und sie ersetzen die Beurteilung nicht.

Ausschlaggebend bleibt die Kombination. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beschreibt einen Mangel als Zusammentreffen von wiederholt zu niedrigem Wert und passenden Beschwerden. Ein niedriger Wert bei einem beschwerdefreien Mann ist etwas anderes.

Was neben dem Testosteronwert mitbestimmt wird

LH und FSH zeigen, ob die Steuerung aus dem Gehirn ankommt. Ein niedriges Testosteron bei hohem LH weist auf die Hoden als Ursache, bei niedrigem oder normalem LH auf die übergeordnete Ebene.

Prolaktin wird bestimmt, weil ein erhöhter Wert die Testosteronproduktion unterdrücken kann und auf einen behandelbaren Befund an der Hypophyse hinweisen kann.

Dazu kommen ein Blutbild mit Hämatokrit, Schilddrüsenwerte, Blutzucker oder HbA1c und Vitamin D. Diese Werte klären die Alternativerklärungen ab, die dieselben Beschwerden machen.

Vor einer Therapie wird zusätzlich der PSA-Wert bestimmt und das Blutbild als Ausgangswert festgehalten.

Was der Befund nicht beantwortet

Ein Laborwert sagt nichts darüber, ob die Müdigkeit vom Hormon kommt. Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme und nachlassende Leistungsfähigkeit sind unspezifisch, und Schlafmangel, Depression, Eisenmangel und Schilddrüsenerkrankungen erzeugen dasselbe Bild.

Ein Laborwert sagt auch nichts über die Erektionsfähigkeit. Testosteron steuert das Verlangen, nicht unmittelbar die Erektion. Erektionsprobleme haben häufiger eine Ursache in den Blutgefäßen.

Und ein einzelner Wert sagt nichts über den Verlauf. Zwei Messungen an verschiedenen Tagen, beide morgens, sind aussagekräftiger als eine Messung mit drei Nachkommastellen.

Häufige Fragen

Was ist ein normaler Testosteronwert beim Mann?

Die üblichen Referenzbereiche für Gesamttestosteron liegen etwa zwischen 3 und 10 ng/ml, entsprechend rund 10 bis 35 nmol/l. Die genauen Grenzen unterscheiden sich zwischen Laboren, weil sie vom Messverfahren und vom Referenzkollektiv abhängen.

Wie rechnet man ng/ml in nmol/l um?

Mit dem Faktor 3,47: ng/ml mal 3,47 ergibt nmol/l, nmol/l geteilt durch 3,47 ergibt ng/ml. 4 ng/ml entsprechen also etwa 13,9 nmol/l. Angaben in ng/dl sind das Hundertfache von ng/ml, 300 ng/dl sind 3 ng/ml.

Ab welchem Wert liegt ein Testosteronmangel vor?

In der Praxis gilt ein Gesamtwert unter etwa 3,5 ng/ml als abklärungsbedürftig und unter etwa 2,3 ng/ml als deutlich zu niedrig. Entscheidend ist aber nicht die Zahl allein, sondern ein wiederholt niedriger Morgenwert zusammen mit passenden Beschwerden.

Wann muss das Blut abgenommen werden?

Morgens zwischen acht und elf Uhr, weil der Wert im Lauf des Tages abfällt. Ein auffälliges Ergebnis wird an einem anderen Tag wiederholt. Nach einer durchwachten Nacht oder während eines Infekts ist die Messung nicht verwertbar.

Warum ist mein Gesamtwert normal und ich habe trotzdem Beschwerden?

Weil Testosteron im Blut überwiegend gebunden vorliegt und nur der freie und locker gebundene Anteil im Gewebe wirkt. Bei hohem SHBG kann der Gesamtwert normal aussehen, während funktionell zu wenig verfügbar ist. Dann helfen der freie Wert und SHBG weiter.

Gibt es altersabhängige Normwerte?

Die meisten Labore arbeiten mit einem einheitlichen Erwachsenenbereich, obwohl der Spiegel ab der Lebensmitte im Mittel um etwa ein Prozent pro Jahr sinkt. Ein Mangel bleibt behandlungsbedürftig, wenn er Beschwerden macht, auch wenn der Wert für das Alter üblich ist.

Quellen

Weiterlesen

Keine medizinische Beratung. Die Inhalte auf Testo-Journal dienen ausschließlich der Information. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bevor Sie ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen oder bei anhaltenden Beschwerden. Siehe unseren vollständigen medizinischen Hinweis.