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Worum es in diesem Ratgeber geht
Testosteron-Normwerte nach Alter für Mann und Frau: Tabelle mit Referenzbereichen in nmol/l und ng/dl, Entscheidungsgrenzen der Leitlinien und wann ein Wert wirklich zu niedrig ist. Das hier ist eine informative Einordnung, keine medizinische Beratung und kein Ersatz für das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Wir benennen offen, was die Studienlage zeigt, und was nicht.
Normwerte für Gesamt-Testosteron beim Mann (Tabelle)
Es gibt keinen einzigen, überall gültigen Normwert für Testosteron. Jedes Labor legt seinen Referenzbereich selbst fest, abhängig vom Messverfahren und von der Gruppe gesunder Menschen, an der das Verfahren geeicht wurde. Die Tabelle zeigt deshalb mehrere Quellen nebeneinander: eine große Studie mit harmonisierten Werten, ein deutsches Labor, ein medizinisches Nachschlagewerk und die Patienteninformation des IQWiG. So wird sichtbar, wie weit die Spannen auseinanderliegen.
Die belastbarste Zahl stammt aus der Harmonisierungsstudie von Travison und Kollegen aus dem Jahr 2017. Dort wurden die Testosteronwerte von 9.054 Männern aus vier Kohortenstudien in den USA und Europa auf ein Referenzverfahren der US-Gesundheitsbehörde CDC umgerechnet. Für gesunde, nicht adipöse Männer zwischen 19 und 39 Jahren ergab sich ein Normbereich von 264 bis 916 ng/dl (2,5. bis 97,5. Perzentile). Der Median lag bei 531 ng/dl.
Deutsche Befunde geben Testosteron meist in nmol/l oder ng/ml an. Die Umrechnung in dieser Tabelle folgt dem Faktor 1 ng/dl = 0,0347 nmol/l. Werte, die in der Quelle nur in einer Einheit stehen, sind in der jeweils anderen Einheit gerundet umgerechnet und mit einem Sternchen markiert.
| Quelle | Alter | nmol/l | ng/ml | ng/dl |
|---|---|---|---|---|
| Travison et al. 2017, harmonisiert (gesunde, nicht adipöse Männer) | 19 bis 39 Jahre | 9,2 bis 31,8* | 2,64 bis 9,16* | 264 bis 916 |
| Labor Koblenz (ECLIA, Siemens Advia Centaur) | unter 50 Jahre | 6,84 bis 23,25 | 1,97 bis 6,70 | 197 bis 670 |
| Labor Koblenz (ECLIA, Siemens Advia Centaur) | ab 50 Jahre | 6,49 bis 23,73 | 1,87 bis 6,64 | 187 bis 664 |
| Altmeyers Enzyklopädie | 20 bis 49 Jahre | 8,64 bis 29,0 | 2,49 bis 8,36* | 249 bis 836* |
| Altmeyers Enzyklopädie | ab 50 Jahre | 6,68 bis 25,7 | 1,93 bis 7,41* | 193 bis 741* |
| IQWiG, gesundheitsinformation.de | ab 18 Jahre | 9,4 bis 37,1 | 2,71 bis 10,7 | 271 bis 1.070 |
| gesundheit.gv.at (Österreich) | ab 18 Jahre | 10,4 bis 34,7* | 3 bis 10 | 300 bis 1.000 |
Normwerte nach Alter: die harmonisierten Perzentilen
Die Harmonisierungsstudie liefert auch Werte nach Lebensjahrzehnt. Tabelle 4 der Arbeit schätzt die Perzentilen für nicht adipöse Männer aus allen vier Kohorten zusammen, von 19 bis 39 Jahren bis zur Gruppe ab 80. Die Spanne von 264 bis 916 ng/dl aus Tabelle 2 ist der gemessene Bereich der 19- bis 39-Jährigen; Tabelle 4 ist eine Modellschätzung über alle Altersgruppen und weicht deshalb geringfügig ab. Die Zahlen in Klammern sind eigene Umrechnungen in nmol/l.
Das Muster ist deutlich: Die unteren Perzentilen sinken mit dem Alter, die oberen bleiben fast gleich. Die 5. Perzentile fällt von 304 ng/dl bei 19- bis 39-Jährigen auf 252 ng/dl bei 70- bis 79-Jährigen und 218 ng/dl ab 80. Die 95. Perzentile bleibt dagegen in allen Altersgruppen zwischen 839 und 850 ng/dl.
Zwei Einschränkungen nennt die Studie selbst. Die Werte gelten für nicht adipöse Männer; bei allen Männern einschließlich der adipösen liegen die Perzentilen niedriger. Und die Schätzung ist ein Querschnitt über verschiedene Männer, kein Verlauf beim einzelnen Mann; der Rückgang innerhalb einer Person über die Jahre ist nach Angaben der Autoren größer, als dieser Querschnitt zeigt.
Für die Praxis heißt das: Ein 65-Jähriger mit 260 ng/dl (9,0 nmol/l) liegt knapp über der 5. Perzentile seiner Altersgruppe und zugleich unter der EAU-Schwelle von 12 nmol/l. Beides ist richtig, und beides ersetzt nicht die Frage nach Beschwerden.
| Alter | 2,5. Perzentile | 5. Perzentile | Median | 95. Perzentile | 97,5. Perzentile |
|---|---|---|---|---|---|
| 19 bis 39 Jahre | 267 (9,3) | 304 (10,5) | 531 (18,4) | 850 (29,5) | 929 (32,2) |
| 40 bis 49 Jahre | 235 (8,2) | 273 (9,5) | 481 (16,7) | 839 (29,1) | 929 (32,2) |
| 50 bis 59 Jahre | 219 (7,6) | 256 (8,9) | 477 (16,6) | 839 (29,1) | 929 (32,2) |
| 60 bis 69 Jahre | 218 (7,6) | 254 (8,8) | 477 (16,6) | 839 (29,1) | 929 (32,2) |
| 70 bis 79 Jahre | 218 (7,6) | 252 (8,7) | 477 (16,6) | 839 (29,1) | 926 (32,1) |
| 80 bis 99 Jahre | 157 (5,4) | 218 (7,6) | 476 (16,5) | 839 (29,1) | 913 (31,7) |
Entscheidungsgrenzen: ab wann ein Wert als zu niedrig gilt
Ein Referenzbereich beschreibt, was bei gesunden Männern üblich ist. Er sagt nicht, ab wann eine Behandlung sinnvoll ist. Dafür nutzen die Fachgesellschaften feste Entscheidungsgrenzen. Die Leitlinie der European Association of Urology (EAU) nennt 12 nmol/l Gesamt-Testosteron (3,5 ng/ml) als verlässliche Schwelle für die Diagnose eines Altershypogonadismus. Werte unter 8 nmol/l bezeichnet sie als schweren Mangel; hier ist der Nutzen einer Therapie am klarsten belegt.
Zwischen 8 und 12 nmol/l liegt ein Graubereich. Das Labor Koblenz übernimmt diese Grenzen auf seinem Befundblatt: Schwellenwert über 3,49 ng/ml (12,1 nmol/l), Graubereich 2,31 bis 3,46 ng/ml (8 bis 12 nmol/l). Für das freie Testosteron nennt die EAU eine Schwelle von 220 pmol/l (6,4 ng/dl).
Die Endocrine Society formuliert die Bedingung noch strenger: Die Diagnose Hypogonadismus soll nur bei Männern gestellt werden, die passende Symptome haben und deren Testosteron eindeutig und wiederholt niedrig ist. Eine einzelne Zahl unter der Schwelle reicht nicht.
| Einordnung | nmol/l | ng/dl |
|---|---|---|
| Schwelle für die Diagnose (Gesamt-Testosteron) | unter 12 | unter 346* |
| Graubereich (Gesamt-Testosteron) | 8 bis 12 | 231 bis 346* |
| Schwerer Mangel (Gesamt-Testosteron) | unter 8 | unter 231* |
| Schwelle freies Testosteron | 220 pmol/l | 6,4 |
Warum sich Referenzbereiche zwischen Laboren unterscheiden
Die Tabelle oben zeigt für Männer unter 50 Jahren eine Untergrenze von 6,84 nmol/l beim Labor Koblenz und 9,4 nmol/l beim IQWiG. Beides ist korrekt. Ein Referenzbereich entsteht, indem ein Labor sein Messverfahren an einer Gruppe gesunder Personen prüft und die mittleren 95 Prozent der Ergebnisse als normal festlegt, also den Bereich zwischen der 2,5. und der 97,5. Perzentile. Ein anderes Gerät oder eine andere Vergleichsgruppe ergibt einen anderen Bereich.
Die Harmonisierungsstudie von Travison belegt, wie groß dieser Effekt ist: Ein erheblicher Teil der Unterschiede zwischen den vier Kohorten ging allein auf die Messverfahren zurück. Nach Umrechnung auf das CDC-Referenzverfahren waren die altersspezifischen Werte der nicht adipösen Männer in allen vier Kohorten ähnlich.
Für Patienten folgt daraus eine einfache Regel: Ein Wert wird nur mit dem Referenzbereich desselben Labors verglichen, der auf dem Befund steht. Ein Wert aus einem Forum oder einer Tabelle im Netz lässt sich nicht direkt gegen den eigenen Befund halten, erst recht nicht, wenn die Einheit eine andere ist.
Auch die Methode steht meist auf dem Befund. Das Labor Koblenz misst mit einem Elektrochemilumineszenz-Immunoassay (ECLIA) auf dem Siemens Advia Centaur XPT und übernimmt die Bereiche aus der Packungsbeilage des Herstellers. Das ist üblich und erklärt, warum zwei Labore mit demselben Gerät oft identische Bereiche nennen.
Tageszeit und Messung: so entsteht ein verwertbarer Wert
Testosteron folgt einem Tagesrhythmus mit den höchsten Werten am frühen Morgen. Die EAU-Leitlinie verlangt deshalb die Blutentnahme zwischen 7 und 10 Uhr und nüchtern; 10 Uhr gilt als spätester akzeptabler Zeitpunkt. Das IQWiG nennt 8 bis 10 Uhr. Wer nachts arbeitet, soll nach einer ausreichenden Schlafphase und nüchtern zur Blutentnahme gehen.
Nüchtern ist keine Formsache. Nach einer Mahlzeit kann das Gesamt-Testosteron laut EAU um mehr als 30 Prozent zu niedrig gemessen werden; schon 30 Minuten nach einer Glukosegabe sinken Gesamt- und freies Testosteron messbar.
Ein einzelner niedriger Wert ist ein Befund, keine Diagnose. Beide Leitlinien verlangen eine Wiederholung: Die EAU empfiehlt, das Gesamt-Testosteron bei Werten unter 12 nmol/l an mindestens zwei getrennten Terminen zu messen, und in jedem Fall vor Beginn einer Therapie. Die Endocrine Society empfiehlt, die Diagnose durch eine zweite morgendliche Nüchternmessung zu bestätigen.
Schlaf gehört zu den Bedingungen. Die EAU nennt eine ausreichende Schlafphase vor der Blutentnahme ausdrücklich, weil ein Wert nach einer kurzen Nacht nicht den üblichen Morgenwert abbildet.
Grenzwertiger Wert: wann freies Testosteron und SHBG gemessen werden
Im Blut ist der größte Teil des Testosterons an Transportproteine gebunden, vor allem an das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG). Nur der ungebundene Anteil, das freie Testosteron, wirkt unmittelbar im Gewebe. Ist viel oder wenig SHBG vorhanden, verschiebt sich der Gesamtwert, ohne dass sich die Wirkung ändern muss.
Die Endocrine Society empfiehlt deshalb, das freie Testosteron zu bestimmen, wenn der Gesamtwert nahe der unteren Normgrenze liegt oder eine Erkrankung vorliegt, die SHBG verändert. Gemessen werden soll es per Gleichgewichtsdialyse oder mit einer validierten Formel berechnet. Die EAU rät ebenfalls, bei veränderten SHBG-Werten SHBG zu messen und das freie Testosteron zu berechnen.
Direkte Immunoassays für freies Testosteron, wie sie manche Labore anbieten, sind laut EAU ungenau und sollen nicht verwendet werden. Steht auf einem Befund ein freier Wert, lohnt die Frage, wie er ermittelt wurde.
Zeigt sich ein bestätigt zu niedriger Gesamtwert, soll laut EAU zusätzlich LH zusammen mit Prolaktin bestimmt werden, um die Ursache einzuordnen: Liegt die Störung im Hoden oder in der Steuerung durch Hypophyse und Hypothalamus? Die Endocrine Society empfiehlt bei nachgewiesenem Mangel ebenfalls eine weitere Abklärung der Ursache.
SHBG-Normwerte und freier Androgenindex (FAI) nach Alter
Für SHBG nennt das österreichische Gesundheitsportal gesundheit.gv.at als Referenzbereich 10 bis 40 nmol/l bei Männern über 18 Jahren und 26 bis 110 nmol/l bei Frauen über 18 Jahren. Nach den Wechseljahren gibt es 14 bis 69 nmol/l an, unter oraler Verhütung über 110 nmol/l. Wie beim Testosteron gilt: Der Bereich des eigenen Labors hat Vorrang.
Der freie Androgenindex (FAI) ist ein Rechenwert aus beiden Messungen: Gesamt-Testosteron in nmol/l geteilt durch SHBG in nmol/l, mal 100. Das Labor Dr. Wisplinghoff gibt dafür altersabhängige Referenzbereiche an. Sie sinken von 36 bis 155 bei 21- bis 30-Jährigen auf 7 bis 45 bei Männern über 70. Bei Frauen gilt altersunabhängig ein FAI unter 5,5.
Für das freie Testosteron selbst gibt keine der geprüften Quellen Normwerte nach Alter an. Die EAU nennt eine einheitliche Schwelle von 220 pmol/l (6,4 ng/dl), das Labor Koblenz 243 pmol/l. Wer einen freien Wert nach Alter einordnen will, hat mit dem FAI oder dem nach Leitlinie berechneten freien Testosteron eine belastbarere Grundlage als mit einem direkt per Immunoassay gemessenen Wert, den die EAU als ungenau einstuft.
| Gruppe | Alter | FAI |
|---|---|---|
| Frauen | altersunabhängig | unter 5,5 |
| Männer | 21 bis 30 Jahre | 36 bis 155 |
| Männer | 31 bis 40 Jahre | 31 bis 116 |
| Männer | 41 bis 50 Jahre | 21 bis 69 |
| Männer | 51 bis 60 Jahre | 13 bis 61 |
| Männer | 61 bis 70 Jahre | 9 bis 49 |
| Männer | über 70 Jahre | 7 bis 45 |
Testosteron-Normwerte bei der Frau
Bei Frauen liegen die Werte um ein Vielfaches niedriger als bei Männern. Die Referenzbereiche unterscheiden sich zwischen den Quellen aber noch deutlicher als beim Mann, wie die Tabelle zeigt.
Das IQWiG nennt für Frauen ab 18 Jahren 0,16 bis 0,78 ng/ml (0,54 bis 2,72 nmol/l). Das Labor Koblenz unterscheidet nach Menopausenstatus: prämenopausal 0,35 bis 1,21 nmol/l, postmenopausal unter 1,25 nmol/l. Die Altmeyers Enzyklopädie trennt nach Alter: 20 bis 49 Jahre bis 1,67 nmol/l, ab 50 Jahre bis 1,42 nmol/l.
Für die Blutentnahme gilt bei Frauen zusätzlich der Zyklus. Das IQWiG empfiehlt die Messung, wenn möglich, 3 bis 5 Tage nach Einsetzen der Monatsblutung.
Deutlich erhöhte Werte bei Frauen gehören abgeklärt. Die Altmeyers Enzyklopädie nennt als Ursachen unter anderem das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS), androgenbildende Tumoren, das adrenogenitale Syndrom und bestimmte Medikamente. Mehr dazu steht im Beitrag Testosteron bei der Frau.
| Quelle | Gruppe | nmol/l | ng/ml | ng/dl |
|---|---|---|---|---|
| IQWiG, gesundheitsinformation.de | ab 18 Jahre | 0,54 bis 2,72 | 0,16 bis 0,78 | 16 bis 78 |
| Labor Koblenz (ECLIA) | prämenopausal | 0,35 bis 1,21 | 0,08 bis 0,35 | 8 bis 35 |
| Labor Koblenz (ECLIA) | postmenopausal | unter 1,25 | unter 0,36 | unter 36 |
| Altmeyers Enzyklopädie | 20 bis 49 Jahre | unter 0,29 bis 1,67 | 0,08 bis 0,48* | 8 bis 48* |
| Altmeyers Enzyklopädie | ab 50 Jahre | unter 0,10 bis 1,42 | 0,03 bis 0,41* | 3 bis 41* |
| gesundheit.gv.at (Österreich) | ab 18 Jahre | 0,21 bis 2,98* | 0,06 bis 0,86 | 6 bis 86 |
Werte bei Kindern und in der Pubertät
Vor der Pubertät liegt Testosteron bei Jungen und Mädchen gleich niedrig. Mit Beginn der Pubertät steigt der Wert bei Jungen innerhalb weniger Jahre auf Erwachsenenniveau. gesundheit.gv.at gibt für unter 18-Jährige deshalb keinen festen Bereich an, sondern den Hinweis „abhängig vom Beginn der Pubertät“.
Das Labor Koblenz veröffentlicht altersgestaffelte Bereiche aus der Packungsbeilage seines Testverfahrens. Sie zeigen, wie breit die Spanne in der Pubertät wird: Ein 13-Jähriger kann 0,08 oder 5,50 ng/ml haben, beides innerhalb des Bereichs. Ein Kinderwert gehört deshalb in kinderärztliche oder endokrinologische Hände, nicht in eine Tabelle.
| Gruppe | Alter | ng/ml | nmol/l |
|---|---|---|---|
| Jungen | 2 bis 10 Jahre | unter 0,11 | unter 0,38 |
| Jungen | 11 Jahre | unter 4,79 | unter 16,62 |
| Jungen | 12 Jahre | unter 4,88 | unter 16,93 |
| Jungen | 13 Jahre | 0,08 bis 5,50 | 0,28 bis 19,09 |
| Jungen | 14 Jahre | 0,09 bis 5,35 | 0,31 bis 18,56 |
| Jungen | 15 Jahre | 0,66 bis 7,57 | 2,29 bis 26,27 |
| Jungen | 16 bis 21 Jahre | 2,28 bis 7,11 | 7,91 bis 24,67 |
| Mädchen | 2 bis 10 Jahre | unter 0,12 | unter 0,42 |
| Mädchen | 11 bis 15 Jahre | unter 0,28 | unter 0,97 |
| Mädchen | 16 bis 21 Jahre | 0,12 bis 0,43 | 0,42 bis 1,49* |
Wert umrechnen und einordnen (ohne Diagnose)
Das Werkzeug rechnet einen Wert zwischen nmol/l, ng/ml und ng/dl um und zeigt, in welchem der oben belegten Bereiche er liegt: bei Männern gegenüber den EAU-Grenzen von 8 und 12 nmol/l und dem harmonisierten Bereich von 264 bis 916 ng/dl, bei Frauen gegenüber dem IQWiG-Bereich von 0,54 bis 2,72 nmol/l. Es stellt keine Diagnose und kennt den Referenzbereich Ihres Labors nicht.
Wert eingeben, Einheit wählen. Umrechnung mit 1 ng/dl = 0,0347 nmol/l und 1 ng/ml = 100 ng/dl.
Keine Diagnose. Das Werkzeug kennt weder den Referenzbereich Ihres Labors noch Ihre Beschwerden, Tageszeit und Nüchternstatus der Blutentnahme. Ob ein Wert behandlungsbedürftig ist, klärt sich im Arztgespräch, nach Wiederholung der Messung.
Wann zum Arzt
Ein Laborwert allein ist selten eine Diagnose. Das IQWiG schreibt dazu, dass sich von einem einzelnen Wert meist nicht auf eine Krankheit schließen lässt; erst zusammen mit anderen Werten, Beschwerden und Untersuchungen ergibt sich ein klares Bild. Das gilt in beide Richtungen: Ein Wert knapp unter der Grenze ohne Beschwerden ist kein Grund für eine Therapie, ein Wert im Normbereich schließt Beschwerden nicht aus.
Sinnvoll ist ein Arzttermin, wenn Beschwerden bestehen, die zu einem Mangel passen. Das IQWiG nennt bei Männern Erektionsstörungen, Antriebsverlust, Rückgang der Muskulatur und vergrößertes Brustgewebe; bei Frauen kann die Regelblutung ausbleiben. Die EAU empfiehlt, nur Männer mit Symptomen auf einen Altershypogonadismus zu untersuchen; eine Reihenuntersuchung ohne Beschwerden ist nicht vorgesehen.
Zum Termin gehören: die Blutentnahme morgens und nüchtern, bei auffälligem Ergebnis eine zweite Messung, bei grenzwertigem Gesamtwert SHBG und berechnetes freies Testosteron, bei bestätigt niedrigem Wert LH und Prolaktin. Wer einen alten Befund hat, bringt ihn mit, samt Referenzbereich und Einheit.
Diese Seite ordnet Zahlen ein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob ein Wert behandlungsbedürftig ist, entscheidet sich im Gespräch mit Arzt oder Ärztin, nicht an einer Tabelle.
Das Wichtigste in Kürze
- Referenzbereich beim erwachsenen Mann. Harmonisierter Normbereich für gesunde, nicht adipöse Männer von 19 bis 39 Jahren: 264 bis 916 ng/dl, umgerechnet etwa 9,2 bis 31,8 nmol/l (Travison 2017). Deutsche Quellen nennen Spannen zwischen etwa 6,5 und 37 nmol/l. Maßgeblich ist der Referenzbereich auf dem eigenen Befund.
- Entscheidungsgrenze. Die EAU-Leitlinie setzt die Schwelle für die Diagnose bei 12 nmol/l Gesamt-Testosteron (3,5 ng/ml). 8 bis 12 nmol/l gelten als Graubereich, Werte unter 8 nmol/l als schwerer Mangel. Für freies Testosteron gilt 220 pmol/l.
- Werte bei der Frau. Je nach Quelle etwa 0,1 bis 2,7 nmol/l (3 bis 78 ng/dl), nach der Menopause niedriger. Deutlich erhöhte Werte gehören abgeklärt, etwa wegen eines PCO-Syndroms.
- nmol/l und ng/dl umrechnen. 1 ng/dl = 0,0347 nmol/l; umgekehrt entspricht 1 nmol/l etwa 28,8 ng/dl. Angaben in ng/ml mal 100 ergeben ng/dl: 3,5 ng/ml sind 350 ng/dl.
- Tageszeit und Bedingungen beachten. Blutentnahme zwischen 7 und 10 Uhr, nüchtern und ausgeschlafen. Ein Wert unter 12 nmol/l wird an mindestens zwei getrennten Terminen bestätigt, bevor von einem Mangel gesprochen wird.
Häufige Fragen
Was ist ein normaler Testosteronwert beim Mann?
Für gesunde, nicht adipöse Männer von 19 bis 39 Jahren liegt der harmonisierte Normbereich bei 264 bis 916 ng/dl, umgerechnet etwa 9,2 bis 31,8 nmol/l (Travison et al. 2017). Deutsche Labore geben je nach Verfahren Spannen von etwa 6,5 bis 37 nmol/l an, das Labor Koblenz zum Beispiel 6,84 bis 23,25 nmol/l für Männer unter 50 Jahren. Vergleichen Sie Ihren Wert nur mit dem Referenzbereich auf Ihrem eigenen Befund.
Welcher Testosteronwert ist zu niedrig?
Die EAU-Leitlinie nennt 12 nmol/l Gesamt-Testosteron (3,5 ng/ml, rund 350 ng/dl) als Schwelle für die Diagnose. Werte zwischen 8 und 12 nmol/l gelten als Graubereich, Werte unter 8 nmol/l als schwerer Mangel. Ein Mangel wird aber nur festgestellt, wenn der Wert morgens, nüchtern und an mindestens zwei Terminen niedrig ist und passende Beschwerden bestehen.
Wie hoch ist der Testosteronwert bei der Frau?
Deutlich niedriger als beim Mann. Das IQWiG nennt für Frauen ab 18 Jahren 0,54 bis 2,72 nmol/l (0,16 bis 0,78 ng/ml), das Labor Koblenz prämenopausal 0,35 bis 1,21 nmol/l und postmenopausal unter 1,25 nmol/l. Bei Frauen mit Zyklus soll die Blutentnahme 3 bis 5 Tage nach Beginn der Monatsblutung erfolgen.
Wie rechnet man nmol/l in ng/dl um?
1 ng/dl entspricht 0,0347 nmol/l. Um von nmol/l in ng/dl umzurechnen, teilen Sie durch 0,0347 oder multiplizieren mit rund 28,8: 15 nmol/l sind etwa 432 ng/dl. Angaben in ng/ml mal 100 ergeben ng/dl, 3,5 ng/ml sind also 350 ng/dl.
Gibt es Testosteron-Normwerte nach Alter?
Ja. Travison et al. 2017 geben in Tabelle 4 harmonisierte Perzentilen für nicht adipöse Männer nach Lebensjahrzehnt an: Die 2,5. Perzentile fällt von 267 ng/dl (19 bis 39 Jahre) über 235 (40 bis 49) und 219 (50 bis 59) auf 218 (60 bis 79) und 157 ng/dl ab 80, während die 97,5. Perzentile bei 913 bis 929 ng/dl bleibt. Deutsche Labore trennen meist nur zwischen unter und über 50 Jahren. Ein Wert im unteren Bereich wird zusammen mit den Beschwerden beurteilt, nicht allein nach dem Alter.
Mein Wert ist niedrig, aber ich habe keine Beschwerden, ist das schlimm?
Ein isoliert niedriger Wert ohne Symptome rechtfertigt allein keine Behandlung. Die Endocrine Society stellt die Diagnose nur bei passenden Beschwerden und wiederholt eindeutig niedrigen Werten. Sinnvoll ist eine Kontrolle unter Standardbedingungen, morgens und nüchtern, und die ärztliche Einordnung. Diese Seite ist eine Information, keine medizinische Beratung.
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